Delegiertenversammlung der SKG: Balz Koller als neuer Präsident gewählt

Präsidentenwechsel: Hansueli Beer (rechts) übergab das Präsidentenamt an seinen Nachfolger Balz Koller (links), der am 25. April 2026 in Balsthal von der Delegiertenversammlung gewählt wurde. (Foto: Barbara Saladin)

Die Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG hat einen neuen Präsidenten: Der engagierte und erfahrene Kynologe Balz Koller wurde an der Delegiertenversammlung am 25. April 2026 im Kompetenzzentrum Hund Schweiz in Balsthal bravourös gewählt und übernimmt das Amt von Hansueli Beer, der mit Standing Ovations verabschiedet wurde. Die statutarischen Geschäfte gingen ebenfalls alle reibungslos über die Bühne.

Die Delegiertenversammlung der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG fand am 25. April 2026 im Kompetenzzentrum Hund Schweiz in Balsthal SO statt. Als Auftakt wandten sich sowohl der abtretende SKG-Präsident Hansueli Beer als auch Freddy Kräuchi, Gemeindepräsident der mitten im Naturpark Thal gelegenen Gastgebergemeinde Balsthal, mit einem Grusswort an die Anwesenden. Diese waren genau 199 stimmberechtigte Delegierte der Mitgliedervereine sowie zusätzlich rund 50 Gäste, die an der Versammlung teilnahmen. 

Die statutarischen Geschäfte gingen alle reibungslos über die Bühne. Die verschiedenen Jahresberichte, Jahresrechnung, Revisorenbericht und Budget 2026 wurden allesamt einstimmig angenommen. Wie der SKG-Vizepräsident und Finanzverantwortliche Béat Leuenberger erklärte, ist die finanzielle Situation der SKG weiterhin gesund, auch wenn der Mitgliederbestand sinkt, während die Zahl der in der Schweiz lebenden Hunde nach wie vor ansteigt. Auch zwei Anpassungen im Ausstellungsreglement der SKG führten zu keinen Diskussionen und wurden ohne Gegenstimmen angenommen.


Führungswechsel nach elf Jahren
Im Mittelpunkt der Versammlung stand die Wahl eines neuen SKG-Präsidenten. Diese wurde nötig, da der Bisherige Hansueli Beer sich nach elf Jahren im Amt dazu entschieden hatte, diese Aufgabe in neue Hände zu geben. Der Zentralvorstand empfahl den Delegierten Balz Koller zur Wahl, der sich der Versammlung vorstellte. Der eidg. dipl. Baupolier und Meisterlandwirt, der unter anderem auch in der Lehrlingsausbildung und in der Entwicklungsarbeit tätig war, bringt eine breite kynologische Erfahrung mit, unter anderem als Militärhundeführer, Betreiber einer Hundepension und -schule, Züchter und Hundesportler. Zudem kennt er sich als Alt-Kantonsrat von Luzern sowie als ehemaliger Gemeinderat seiner Wohngemeinde Neuenkirch auch auf dem politischen Parkett bestens aus. Seine Motivation sei es, gemeinsam die Interessen der Hundehaltenden gegenüber Gesellschaft und Politik zu vertreten sowie die SKG in demokratischen Prozessen fit für die Herausforderungen der Zukunft erhalten, erklärte Balz Koller – und wurde bravourös zum neuen SKG-Präsidenten gewählt. Sein Vorgänger Hansueli Beer wurde mit Standing Ovations verabschiedet und gleich im Anschluss als Ehrenpräsident der SKG gewählt. 


Weitere Ehrungen 
Eine grosse Ehre wurde auch Ursula Känel Kocher zuteil, die als Honorierung für ihre langjährige Tätigkeit für Jugend+Hund unter grossem Applaus zum Ehrenmitglied gewählt wurde. Zwei weitere verdienstvolle und langjährige Kynologen wurden anschliessend mit Verdienstauszeichnungen geehrt: Werner Zbinden als Vorstandsmitglied der TKGS sowie Helmut Hofer als langjähriger Präsident Polydog. 


Zum Schluss gab es noch Informationen zu verschiedenen weiteren Themen, beispielsweise zu den neuen Mitgliedschaftsformen kommerzielle und Einzelmitgliedschaft, zur neuen Kommission Politik & Hundegesetze, zum neuen Arbeitsausschuss Sport & Sportethik, zum Tag des Hundes am 9. Mai 2026 oder zur Verbandskommunikation. 


Die nächste Delegiertenversammlung der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG findet am 24. April 2027 statt. Der Ort ist noch offen.

Schweizer Bauernhunde werden Teil des Erhaltungsprogramms von ProSpecieRara

Sie sind robuste Allrounder, treue Begleiter und ein Stück lebendige Schweizer Geschichte: die traditionellen Schweizer «Bauernhunde». Um dieses wertvolle Erbe zu bewahren, lanciert ProSpecieRara gemeinsam mit der Schweizerische Kynologische Gesellschaft SKG eine neue Initiative zu ihrem Schutz.

«Wir bewahren was selten ist. ProSpecieRara rettet als treibende Kraft die genetische und kulturhistorische Vielfalt der Kulturpflanzen und Nutztiere für künftige Generationen. Das tun wir gemeinsam mit einem schweizweiten Netzwerk von ehrenamtlichen Sortenbetreuer:innen und Züchter:innen.» www.prospecierara.ch

ProSpecieRara nimmt die fünf Schweizer Bauernhunderassen der SKG in ihr Erhaltungsprogramm auf. Die Hauptziele dabei sind, auf die Gefährdung der fünf ursprünglich in der Schweiz entstandenen Hunderassen aufmerksam zu machen, deren Erhaltung zu fördern und neue Halter:innen zu finden, die diese faszinierenden Rassen halten und züchten. Dies sind wichtige Massnahmen zur Sicherung der genetischen Vielfalt sowie zum Schutz eines bedeutenden nationalen Kulturerbes.

Unter dem Begriff „Bauernhunde“ werden traditionell jene in der Schweiz entstandenen Hunderassen zusammengefasst, die über Generationen hinweg als vielseitige Arbeitshunde auf landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt wurden. Dazu zählen insbesondere der St. Bernhardshund sowie die Schweizer Sennenhunde – der Grosser Schweizer Sennenhund, der Berner Sennenhund, der Appenzeller Sennenhund und der Entlebucher Sennenhund.

Diese Hunde wurden ursprünglich für praktische Aufgaben wie das Hüten und Treiben von Vieh, das Bewachen von Hof und Eigentum sowie als Zughunde gezüchtet. Trotz ihrer heutigen Verbreitung als Familien- und Begleithunde sind ihre Eigenschaften immer noch stark durch diese ursprünglichen Einsatzgebiete geprägt.

Infolge struktureller Veränderungen in der Landwirtschaft und der zunehmenden Spezialisierung in der Hundezucht ist der Bestand dieser traditionellen Schweizer Hunderassen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Damit droht nicht nur wertvolle genetische Vielfalt verloren zu gehen, sondern auch ein Stück ursprünglich schweizerischer Zucht- und Kulturgeschichte.

Die SKG übernimmt in diesem Projekt eine zentrale Rolle bei der fachlichen Begleitung sowie der Vernetzung von Züchterinnen und Züchtern und Halterinnen und Haltern. In enger Zusammenarbeit mit ProSpecieRara werden bestehende Populationen erfasst, gezielte Zuchtstrategien entwickelt und die Öffentlichkeit für die Bedeutung dieser traditionellen Schweizer Hunde sensibilisiert.

„Die Bauernhunde sind ein wertvoller Bestandteil unseres kynologischen Erbes und stehen exemplarisch für funktionale, ursprünglich in der Schweiz entstandene Zuchtformen“, erklärt Andreas Rogger, Geschäftsführer der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft. „Ihr Erhalt ist nicht nur aus genetischer Sicht von Bedeutung, sondern auch für die Bewahrung unserer Kultur und Tradition.“ 

Mit diesem Engagement leistet ProSpecieRara und die SKG mit ihren Rasseclubs einen wichtigen Beitrag zur Sicherung genetischer Vielfalt und zum Erhalt traditioneller Schweizer Hunderassen als Teil des nationalen Kulturerbes.