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Giardien: Factsheet des ESCCAP

Giardia duodenalis – immer präsent, immer Durchfall?

Giardien sind winzig kleine, hochinfektiöse, einzellige Parasiten. ESCCAP Schweiz hat dazu ein Factsheet erarbeitet. Es ist kostenlos erhältlich und kann via Website heruntergeladen werden.

Giardien besiedeln die Oberfläche der Darmschleimhaut und führen zu Verdauungsstörungen, anhaltenden oder wiederkehrenden Durchfällen, Erbrechen, Gewichtsverlust und Schwäche. Giardia-Infektionen kommen europaweit bei Hunden und Katzen aller Altersstufen vor.

Infektionen mit Giardien zeigen folgende Eigenschaften:

  • Jungtiere unter einem Jahr sind häufiger infiziert als ältere Tiere.

  • Die Infektionen verlaufen häufig ohne Symptome und sind oft selbstlimitierend. Dies erklärt die Anzahl an asymptomatischen Ausscheidern.

  • Schwerwiegende klinische Anzeichen hängen sehr häufig direkt mit Begleitinfektionen durch andere Erreger (Viren, Bakterien) zusammen.

  • Ist eine Kotuntersuchung «negativ», kann eine Infektion nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

  • Ein Befall mit Giardien ist nicht immer einfach zu behandeln. Gezielte Hygienemassnahmen sind entscheidend, um Reinfektionen zu verhindern.

  • Die meisten Giardia-Genotypen, die bei Hunden und Katzen vorkommen, sind keine Zoonoseerreger. Zoonotisch massgebende Genotypen können mit molekularbiologischen Methoden ermittelt werden. Immundefiziente Personen sind besonders gefährdet.

Das Factsheet ist ein überarbeiteter Teil der ESCCAP-Empfehlung Nr. 6: «Bekämpfung von intestinalen Protozoen bei Hunden und Katzen». Es bietet TierärztInnen und tiermedizinischem Fachpersonal sowie interessierten TierhalterInnen einen kurzen, prägnanten Überblick über Entwicklungszyklus, Vorkommen, klinische Anzeichen, Diagnose sowie Therapie und Prävention. Es listet Massnahmen zur Verhinderung der Übertragung auf andere Tiere und zur Prophylaxe einer Reinfektion auf und empfiehlt zusätzliche Schritte für Tierheime, Zuchten und Zwinger.

> Hier das Factsheet «Giardia duodenalis» herunterladen


> Hier die Guideline 6 «Bekämpfung von intestinalen Protozoen bei Hunden und Katzen» herunterladen

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