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ESCCAP CH / Newsletter 9, 2021 / Vektorbedingte Infektionskrankheiten

Mehr vektorbedingte Infektionskrankheiten – eine Auswirkung von Klimawandel und steigendem Reiseverkehr?


Fortschreitender Klimawandel, wärmere Sommermonate und zunehmender Reiseverkehr mit Hunden und Katzen können erheblichen Einfluss auf die epidemiologische Situation vieler Krankheiten haben. Erreger wie Babesia, Ehrlichia, Anaplasma, Dirofilaria oder Leishmania sowie ihre Vektoren, bestimmte Mücken- und Zeckenarten, können sich wegen der Erwärmung in nicht endemische Gebiete ausbreiten und auch in der Schweiz ansässig werden. Hinzu kommen die Einfuhr von Hunden und Katzen aus dem Ausland sowie Umsiedlung von Haustieren, die eine Verbreitung von Krankheitserregern und Vektoren ebenfalls begünstigen. ESCCAP hat dazu Guidelines für die Tierärzteschaft und interessierte TierhalterInnen erarbeitet. Sie sind kostenlos erhältlich und können via Website heruntergeladen werden.


Ausbreitung quer durch Zentraleuropa – zwei Beispiele Der durch Buntzecken (Dermacentor reticulatus) übertragene einzellige Parasit der Erythrozyten der Hunde, Babesia canis, bis vor wenigen Jahren nur in Südeuropa auftretend, gilt heute in unseren Breitengraden regional als endemisch. Die durch Stechmücken übertragene Wurmart Dirofilaria repens, Erreger der kutanen Filariose, ist nicht mehr auf östliche und südliche Regionen Europas beschränkt, sondern lässt sich auch in der Schweiz vereinzelt in Hunden und Stechmücken nachweisen.

Wichtig für die tierärztliche Praxis Zecken, Stechmücken, Sandmücken/Schmetterlingsmücken, Haarlinge und Flöhe übertragen verschiedenste Erreger wie Viren, Bakterien und Parasiten (Protozoen und Helminthen). Sie können dadurch vektorbedingte Krankheiten verursachen. Einzelne Erreger können auch direkt über Blut übertragen werden; das ist im Rahmen von Blutspenden und -transfusionen für die tierärztliche Praxis relevant.

Vektorbedingte Krankheiten sind von Bedeutung, da

  • sie bei Hunden und Katzen schwere, zum Teil tödliche Erkrankungen verursachen können

  • Diagnose und Therapie komplex und schwierig sein können

  • klinische Anzeichen teilweise erst nach langen Inkubationszeiten auftreten können und diese oft nicht für eine bestimmte Krankheit kennzeichnend sind

  • fortbestehende Infektionen vorkommen und infizierte Tiere ein Erregerreservoir darstellen können

  • einige der Erkrankungen wie Borreliose, Rickettsiose, Bartonellose, Dirofilariose und Leishmaniose via Zwischenwirt auch auf den Menschen übertragbar sind.

Die Unterlagen mit zahlreichen Tabellen, Schemen, Karten und Lebenszyklen bieten TierärztInnen und tiermedizinischem Fachpersonal sowie TierhalterInnen einen prägnanten Überblick. Sie dienen der sachgerechten Behandlung von Hund und Katze gegen vektorbedingte Infektionskrankheiten und dem Gesundheitsschutz des Menschen.


>>> Hier die Guideline «Bekämpfung von durch Vektoren übertragenen Krankheiten bei Hunden und Katzen» herunterladen: ESCCAP_CH_GL_VBD_d.pdf


>>> Hier die modulare Guideline « Control of Vector-Borne Diseases in Dogs and Cats » herunterladen: elt759oi_1058_ESCCAP_MG5_English_v11.pdf


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