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ESCCAP CH / Newsletter 6, 2021 / Leishmaniose

Bestehen Chancen im Kampf gegen die Leishmaniose bei Hund, Katze und Mensch?

Leishmanien verursachen bei Hund und Mensch die Leishmaniose. Weil immer mehr Tierhalter ihre Hunde in den Urlaub mitnehmen und der Import von Hunden steigt, ist Leishmaniose zu einer der am häufigsten nachgewiesenen Reiseerkrankungen beim Hund in Mitteleuropa geworden. Die Leishmanien-Stadien werden durch den Stich blutsaugender Schmetterlingsmücken (Phlebotomen) übertragen. Diese kommen in Südeuropa endemisch vor. In der Südschweiz und in Süddeutschland wurden sie bereits vereinzelt nachgewiesen. Schmetterlingsmücken sind zwischen April und November dämmerungs- und nachtaktiv. ESCCAP Schweiz hat zur Leishmaniose Unterlagen für die Tierärzteschaft und für TierhalterInnen erarbeitet. Sie sind kostenlos erhältlich und können via Website heruntergeladen werden.


Leishmaniose des Hundes

  • Prophylaxe: Hunde nicht in endemische Gebiete mitnehmen, Tiere vor Ort nach Einbruch der Dämmerung im Haus halten, engmaschige Mückennetze anbringen, Insektizide mit abstossender Geruchswirkung (imprägniertes Halsband, Spot-on-Behandlung) vor und während Aufenthalt im Endemiegebiet, Impfung mindestens 10 Wochen vor Reiseantritt

  • Inkubationszeit: 1-3 Monate bis einige Jahre

  • Mehr als die Hälfte der infizierten Hunde sind asymptomatisch und bleiben als Infektionsquelle oft lange unerkannt.

  • Infektionsmerkmale: vergrösserte Lymphknoten, schuppige Hautveränderungen, Haarausfall, Gefässentzündungen, Lahmheit, Appetitmangel, Gewichtsverlust, Schwäche, Nierenversagen und zentralnervöse Störungen

  • Tödlicher Verlauf ist trotz Chemotherapie möglich. Die Leishmanien-Erreger können im Knochenmark überleben, so dass häufig Rückfälle und aufwendige Langzeittherapien nötig sind.

Leishmaniose bei Katzen und Pferden

Leishmaniose-Fälle bei Katzen sind in europäischen Endemiegebieten nachgewiesen worden. Spontan erkrankte Katzen zeigen knotige Hautläsionen vorwiegend im Gesichtsbereich (Lippen, Nase, Augenlider und Ohren). Unklar ist, ob Katzen als Reservoirwirte eine Rolle spielen. - Bei Pferden liegen Berichte über Fälle von kutaner Leishmaniose aus Südeuropa und Süddeutschland vor. Vereinzelt wurden Fälle von kutaner Leishmaniose bei Pferden aus Deutschland und der Schweiz mit singulären oder multiplen Hauptknoten oder Läsionen beschrieben.

Leishmaniose beim Menschen

Hunde sind die wichtigsten Reservoirwirte und zentral für die Übertragung auf den Menschen. Klinische Fälle humaner viszeraler Leishmaniose enden ohne Therapie oft tödlich, besonders bei Kindern und immungeschwächten Patienten. Immunkompetente Erwachsene sind oft immunologisch geschützt, sodass die Erkrankung bei ihnen trotz Infektion selten ausbricht. Die Infektion erfolgt meist durch Phlebotomenstiche, doch ist eine Erregerübertragung auch via Plazenta oder Bluttransfusion und verunreinigte Spritzen möglich. Eine direkte Ansteckung durch Kontakt mit infizierten Hunden ist bisher nicht beobachtet worden.

Vorsicht bei Tierimporten

Strassenhunde, streunende Katzen oder Tiere von Tierheimen aus südlichen und östlichen Feriengebieten mit nach Hause zu bringen oder von Tierschutzorganisationen zu übernehmen, ist sehr riskant. Tiere in diesen Regionen sind regelmässig mit Parasiten wie Leishmanien befallen. Leishmanien-Infektionen können bei der Einfuhr der Tiere mit Tests oft nicht sicher nachgewiesen werden. Die Tiere erkranken erst Monate oder Jahre nach Einfuhr. Für Leishmania-infizierte Hunde bestehen leider keine strengen Einfuhrvorschriften.

Die Unterlagen bieten TierärztInnen und tiermedizinischem Fachpersonal sowie TierhalterInnen einen prägnanten Überblick. Sie dienen der sachgerechten Behandlung von Hund, Katze und, präventiv, auch Mensch gegen Leishmaniose.


>>> Hier das Positionspapier «Leishmaniose» herunterladen:

ESCCAP_2021_FS_Leishmaniose_D_Lay02

>>> Hier die Guideline «Bekämpfung von durch Vektoren übertragenen Krankheiten bei Hunden und Katzen» herunterladen:

ESCCAP_CH_GL_VBD_d.pdf

>>> Hier die Checkliste «Hunde aus dem Ausland» herunterladen:

ESCCAP_2019_Checkliste_Hund_D_Lay01

>>> Hier den Flyer «Mit Heimtieren in Europa reisen» herunterladen:

ESCCAP_2019_FlyerReisen_D_Lay01.pdf


Impressum: ESCCAP Schweiz, c/o fp-consulting, Bederstrasse 4, CH-8002 Zürich, Tel. +41 244 271 06 00, info@esccap.ch, www.esccap.ch

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