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ESCCAP CH / Newsletter 5, 2021 / Barfen und Parasitenbefall

Kann Barfen Parasitenbefall von Hund und Katze begünstigen?

Zunehmend ernähren Hunde- und KatzenhalterInnen ihre Vierbeiner auf Basis von rohem Fleisch. Sie riskieren so, dass das Tier sich mit Parasiten infiziert und krank wird oder sich eine Gefahr für die HalterInnen ergibt. ESCCAP hat dazu verschiedene Dokumente erarbeitet. Sie sind kostenlos erhältlich und können via Website heruntergeladen werden.


Unter BARF versteht man biologisch artgerechte Rohfütterung. Sie besteht zu 70 - 90 % aus rohem Fleisch, Innereien und Knochen, 10 - 25 % Gemüse und Früchten und z.T. zusätzlich 20 - 25 % gekochten oder geflockten Kohlehydraten oder einem unbestimmten Anteil an Trockenfutter. Hausgemachte oder kommerziell zubereitete Rohfütterung liegt im Trend. Weniger bekannt ist, dass im rohen Fleisch neben Bakterien und Viren auch Parasiten enthalten sein können, die Hund oder Katze mit Krankheiten infizieren und auch für den Menschen (z.B. schwangere Frauen) ein Gesundheitsrisiko darstellen können. Dazu zählen u.a.

  • Toxocara canis und Toxocara cati, die häufigsten Spulwürmer in der Schweiz

  • Echinococcus granulosus, der kleine Hundebandwurm, sowie andere Bandwurmarten

  • der Einzeller Neospora caninum, der beim Hund neuromuskuläre Erkrankungen verursachen kann

  • bei der Katze der Erreger der Toxoplasmose (Toxoplasma gondii) sowie (auch beim Hund) der Sarcozystiose

  • Trichinella Arten, Erreger der auch für den Menschen gefährlichen Trichinellose.


Hintergründe

  • Der individuelle Nahrungsbedarf eines jeden Hundes und jeder Katze ist unterschiedlich. Darum sind BARF-Rezepte aus Internet und Publikumsmedien sowie von selbsternannten ErnährungsspezialistInnen immer kritisch zu hinterfragen. Beim Kauf vorgefertigter BARF-Mischungen sind die Hersteller-Angaben zu beachten. Nur Mischungen mit Bezeichnung «Alleinfuttermittel» sind gesetzlich überprüft und müssen alle Nährstoffe enthalten, welche die bedarfsgerechte Versorgung eines Hundes oder einer Katze einer bestimmten Altersklasse garantieren. Anders deklarierte Mischungen sind nicht kontrolliert und in den allermeisten Fällen weder ausgeglichen noch vollständig.

  • Rohes Fleisch und Innereien können Parasiten und andere Erreger enthalten. Vor allem junge, trächtige, kranke und alte Hunde und Katzen tragen ein erhöhtes Risiko, infiziert zu werden. Sie sollten deshalb grundsätzlich nur gekochtes Fleisch erhalten.


Schutzmassnahmen

  • Fleisch ist vor dem Verfüttern mindestens 1 Woche bei -17° bis -20° C einzufrieren, um enthaltene Parasitenstadien sicher abzutöten.

  • Gefrorene Produkte zugedeckt im Kühlschrank auftauen lassen und sofort verfüttern. Einmal aufgetaute Produkte dürfen nicht wieder eingefroren werden.

  • (Wild-)Schweinefleisch sollte niemals roh verfüttert werden, auch nicht nach längerer Einfrierzeit.

  • Vor und nach der Zubereitung des Rohfutters sind die Hände gründlich zu waschen. Alle Gegenstände mit Kontakt zum Rohfutter (auch Futter- und Trinknapf) sind vor und nach Gebrauch mit Seife/Abwaschmittel und heissem Wasser zu reinigen und zu trocken.

  • Wenn nicht bekannt ist, ob das gekaufte Fleisch diese Voraussetzungen erfüllt und Einfrieren nicht möglich ist, sollten Hund und Katze bei Rohfütterung alle 6 Wochen entwurmt oder eine Kotuntersuchung durchgeführt werden.


Die Unterlagen bieten TierärztInnen, tiermedizinischem Fachpersonal, ErnährungsberaterInnen sowie TierhalterInnen einen prägnanten Überblick über Vorteile und Gefahren der Rohfütterung, ergänzt mit praktischen Tipps.

>>> Hier die Guideline «Bekämpfung von intestinalen Protozoen bei Hunden und Katzen» herunterladen: ESCCAP-CH_GL Protozoen_d_def_290513.pdf

>>> Hier den Beitrag «Barfen kann Parasitenbefall begünstigen» herunterladen:

Barfen kann Parasitenbefall begünstigen | ESCCAP DEUTSCHLAND

>>> Hier den «Experten-Tipp zur Rohfleischfütterung» herunterladen:

ESCCAP_Rohfleischfuetterung_2017-1.pdf

>>> Hier das SVK-Positionspapier «BARF» herunterladen:

Positionspapier_BARF (svk-asmpa.ch)

>>> Hier das Factsheet «Raw meat-based diets» herunterladen:

u02hnd4t_1011_ESCCAP_Raw_Meat_Fact_Sheet__English_v4.pdf

>>> Hier den Flyer «Toxoplasmose» herunterladen:

ESCCAP_2019_FlyerSchwangerschaft_D_Lay01.pdf


Impressum: ESCCAP Schweiz, c/o fp-consulting, Bederstrasse 4, CH-8002 Zürich, Tel. +41 244 271 06 00, info@esccap.ch, www.esccap.ch

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