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ESCCAP CH / Newsletter 3, 2021 / Hautpilze

Was tun, wenn Hund, Katze und Meerschweinchen an einem Hautpilz erkrankt sind? Hautpilze entwickeln sich in Haut und Haaren und verursachen Hautveränderungen. Sie werden oft als kreisrunde Rötungen, Schuppungen und/oder kreisrunder Haarausfall erkennbar. Die Dermatophytose ist eine häufige infektiöse Hauterkrankung bei Katzen und Hunden. Auch bei Meerschweinchen und Nagetieren sind Hautpilze verbreitet. Sie gelten als Zoonose, d.h. sie können von Tieren auf den Menschen übertragen werden. ESCCAP Schweiz hat dazu Guidelines für die Tierärzteschaft und für interessierte TierhalterInnen erarbeitet. Sie sind kostenlos erhältlich und können via Website heruntergeladen werden.


Hautpilzerkrankungen und mögliche Ursachen

  • Hunde und Katzen jeder Rasse sind für Hautpilze empfänglich. Für Perserkatzen wurde jedoch eine besondere Anfälligkeit nachgewiesen.

  • Säugende Katzen und Hündinnen können mit Hautpilzen infiziert sein und die Infektion auf ihre Welpen übertragen.

  • Für junge Tiere und Patienten mit geschwächtem Immunsystem besteht ein erhöhtes Risiko.

  • Kleine Hautverletzungen können den Weg zu einer Infektion mit Dermatophyten vorbereiten (z.B. Juckreiz, aber auch das Graben in der Erde).

  • Warmes und feuchtes Klima begünstigt Hautpilzerkrankungen.

  • Ein höheres Risiko besteht in Zuchten und Tierheimen, bei streunenden Tieren, Jagdhunden und wild lebenden Katzen sowie bei gemeinsamer Haltung verschiedener Tierarten.

  • Auch für Tiere, die an Ausstellungen oder Wettkämpfen teilnehmen, besteht ein höheres Risiko.


Diagnostik und Therapie

Der Goldstandard zur Diagnose einer Dermatophytose ist die Pilzkultur. Das Ergebnis ist in der Regel aber erst nach 2-3 Wochen erhältlich. Als Schnelltests kommen die Untersuchung des Tieres unter der Wood’schen Lampe, mikroskopische Untersuchung von Haaren und Hautschuppen sowie die molekularbiologische Untersuchung mittels PCR zum Tragen. Liegt ein Pilzbefall vor, ist zudem abklären, ob eine primäre Erkrankung vorliegt. Wenn ja, ist diese zu behandeln, während parallel eine spezifische Behandlung gegen die Hautpilze erfolgt. Die Behandlung einer Dermatophytose kann sehr langwierig und kostspielig sein, insbesondere, wenn mehrere Tiere betroffen sind. Auf die Umgebungsbehandlung ist grösster Wert zu legen, damit eine Reinfektion verhindert werden kann. Sie verfolgt zwei Ziele: die Krankheitsdauer zu verkürzen und eine Ausbreitung in der Umgebung und Übertragung auf weitere Tiere und den Menschen zu verhindern.


Die Unterlagen bieten TierärztInnen und tiermedizinischem Fachpersonal sowie TierhalterInnen einen prägnanten Überblick. Sie dienen der sachgerechten Behandlung von Hund und Katze gegen Hautpilze sowie dem Gesundheitsschutz des Menschen.


>>> Hier die Guideline «Bekämpfung von Dermatophytosen bei Hunden und Katzen» herunterladen: ESCCAP_CH_GL2_Dermatophytosen_d_def_Printversion_140416_cut.pdf

>>> Hier die Guideline « Control of Parasites and Fungal Infections in Small Pet Mammals » herunterladen: SPM-GL7-v1-0-23-March17_MS.pdf (esccap.ch) Impressum: ESCCAP Schweiz, c/o fp-consulting, Bederstrasse 4, CH-8002 Zürich, Tel. +41 244 271 06 00, info@esccap.ch, www.esccap.ch

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