Suche

ESCCAP CH / Newsletter 12, 2021 / Spulwurmeier im Wohnbereich

Können Haustiere krankmachende Parasiteneier unbemerkt in den Wohnbereich einschleppen?


Das Risiko, Parasiteneier aus der Umwelt über die Pfoten und das Fell von Haustieren sowie über die eigenen Schuhsohlen und die Kleidung in den Wohnraum einzuschleppen, wird häufig unterschätzt. Vielen HundehalterInnen ist nicht bewusst, dass ihr Tier auch aussen am Körper Parasitenstadien tragen kann, die eine Bedrohung für die Gesundheit des Menschen darstellen.

Spulwurmeier können in der Aussenwelt überdauern und ansteckend bleiben

Spulwürmer finden sich bei Hunden und Katzen jeden Alters. Sie sind die am häufigsten vorkommenden Würmer in der Schweiz. Bereits im Mutterleib oder über die Muttermilch können sich Jungtiere mit Würmern anstecken. Die adulten Würmer leben im Darm ihrer Wirtstiere. Bleiben sie unentdeckt und werden die Haustiere nicht regelmässig gegen die Schädlinge behandelt, steigt das Risiko, dass sie Wurmeier mit dem Kot ausscheiden und in der Umwelt verbreiten. Dort reifen sie bei entsprechenden Umweltbedingungen in kurzer Zeit zu infektiösen Larven heran. Beim Spulwurm vollzieht sich diese Entwicklung in den mikroskopisch kleinen Wurmeiern, die gegen äussere Umwelteinflüsse wie Temperaturänderungen besonders widerstandsfähig sind. Sie überdauern in der Aussenwelt über Monate bis Jahre und bleiben für mögliche Wirtstiere ansteckend. Für den Menschen unsichtbar, können sie nahezu überall hingetragen und von Hunden oder Katzen unbemerkt aufgenommen werden.

Mensch und Tier tragen Wurmeier in den Wohnraum

TierhalterInnen, die mit ihren Vierbeinern regelmässig auf Ausgehrunden und Hundespielplätzen unterwegs sind, sowie die Tiere selbst sind ideale Träger für Wurmeier in der Umwelt. Die Eier haften an Pfoten, Fell, Schuhsohlen und Kleidung an und finden so ihre Verbreitung. Die Erregerstadien machen auch vor der Haustür nicht halt, sondern gelangen auf diese Weise aus einer verunreinigten Umgebung in das direkte Lebensumfeld von Mensch und Tier. Hier sind die eingeschleppten Eier eine mögliche Infektionsquelle für die Tiere im Haushalt und, im Fall von Spulwürmern (Toxocara spp.), auch für den Menschen. Gemäss einer russischen Studie, welche die Einschleppung von Toxocara-Eiern über Pfoten und Schuhe in menschlichen Wohnraum untersuchte, waren an den Schuhsohlen von mehr als jedem zehnten Hundehalter und an den Pfoten von ungefähr jedem fünften Hund Spulwurmeier nachzuweisen.

Spulwürmer sind Zoonoseerreger

Spulwürmer der Gattung Toxocara haben ein starkes zoonotisches Potenzial. Sie können auf den Menschen übertragen werden und gesundheitliche Schäden im Rahmen einer Toxocarose verursachen. Wenn der Mensch ansteckende Wurmeier über den Mund aufnimmt, schlüpfen die darin enthaltenden infektiösen Larven und dringen über die Darmwand in den Körper ein. In der Folge beginnen die Larven eine Wanderung durch verschiedene Organe – ernsthafte Schäden an Nervenbahnen, Augen und/oder dem Gehirn sind mögliche Folgen.

Wie lassen sich Hunde und Katzen vor Würmern schützen?

Einen umfassenden Schutz vor Wurmbefall gibt es nicht. Die gewissenhafte Beseitigung und Entsorgung von Hundekot aus öffentlichem Raum hilft, das Ansteckungs- und Verschleppungsrisiko für Tier und Mensch einzudämmen. Ob das eigene Tier von Spulwurmbefall betroffen ist, lässt sich mit regelmässigen Kotuntersuchungen feststellen. Daneben gilt die Empfehlung, Hunde und Katzen nach individueller Risikoabwägung entsprechend häufig mit einem wirksamen Präparat gegen Spulwürmer zu behandeln. Das trägt dazu bei, dass der eigene Hund bzw. die Katze die Umwelt nicht mit Parasiteneiern verunreinigt und das Ansteckungsrisiko für andere Tiere sowie Menschen verringert wird. Auch Wohnungskatzen können sich unbemerkt mit eingeschleppten Wurmeiern infizieren. Auch sie sollte man ein- bis zweimal im Jahr auf Spulwürmer untersuchen lassen und/oder entwurmen.

Die Unterlagen bieten TierärztInnen und tiermedizinischem Fachpersonal sowie TierhalterInnen einen prägnanten Überblick. Sie dienen der sachgerechten Behandlung von Hund und Katze gegen Wurmbefall sowie dem Gesundheitsschutz des Menschen.


>>> Hier die Guideline «Bekämpfung von Helminthen bei Hunden und Katzen» herunterladen:

ESCCAP-CH_GL-Endorev_d_def_200415_cut.pdf

>>> Hier die Modulare Guideline «Bekämpfung von Würmern bei Hunden und Katzen» herunterladen:

e3m2vy33_0864_ESCCAP_MG1_CHDE_20191129.pdf

>>> Hier das ESCCAP-Schema zur individuellen Entwurmung des Hundes herunterladen:

ESCCAP_2021_SchemaEndo_Hund_D_Lay01

>>> Hier das ESCCAP-Schema zur individuellen Bekämpfung des Wurmbefalls der Katze herunterladen: ESCCAP_2019_Schema_Entwurmung_Katze_D_Lay01

>>> Hier den Flyer «Wie oft muss ich mein Tier entwurmen?» herunterladen:

ESCCAP_FlyerEndo_Upd2020_D_RZ



Impressum: ESCCAP Schweiz, c/o fp-consulting, Bederstrasse 4, CH-8002 Zürich,

Tel. +41 244 271 06 00, info@esccap.ch, www.esccap.ch

123 Ansichten